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Aus dem Sanella-Album Australien Neuseeland |
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Jetzt steht er neben mir - auf der anderen Hälfte der Erdkugel - und blickt zum Gipfel des Berges hinauf, der gerade in einigen dichten Wolken verschwindet. Sogar seine Zahnschmerzen hat er vergessen, die ihm seit gestern abend zu schaffen machen. Wir gehen weiter. Je höher wir kommen, um so kälter wird es. Die grünen und braunen Papageien, die weiter unten durch die verkrüppelten, niedrigen Büsche flatterten, sind verschwunden. Der Himmel hat sich bezogen. Es beginnt zu schneien. Als wir am Abend die Hütte erreichen, auf der wir übernachten wollen, wird es schon dunkel. Außer uns ist niemand da. Aber der Schlüssel hängt am Türpfosten, und der Vorrat an Petroleum für Ofen und Lampe reicht. Es schneit die ganze Nacht hindurch. Morgens ist ringsum alles von einer dicken Neuschneedecke eingehüllt. Wir müssen die Augen schließen, so sehr blenden Sonne und Schnee. Andächtig stehen wir beiden kleinen Menschen vor den großen Bergen und den glitzernden Schneefeldern. Noch vor ein paar Wochen ritten wir durch den flachen australischen Busch, und die heiße, trockene Luft flimmerte über dem Sand. Noch vor ein paar Wochen glitt unser Boot durch die feuchtschwülen Sumpfwälder des Roper=Rivers, und schwammen wir im klaren Wasser zwischen den Korallenbänken des Barriereriffs. Wir standen vor heißen Springquellen und brodelnden Schlammlöchern, saßen am Feuer von Holzfällern im Kauriwald und in alten Moa=Höhlen. Und nun die Stille der Berge! Bautz! Ein Schneeball klatscht mir gegen das Kinn. "Wach auf, Jim! Die Schlacht beginnt!" lacht Klaus, der gerade dabei ist, sich mit dem frischen Schnee abzureiben. Ich kann mich gerade noch ducken, um dem zweiten Schneeball auszuweichen. Und dann geht's los - prustend und lachend wälzen wir beiden uns im Schnee. |
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Nach einem langen Marsch talabwärts über unzählige Gebirgsbäche, über Gletscher und lange Schneefelder erreichen wir am Nachmittag einen reißenden, schäumenden Bach. Drüben, an der anderen Seite, beginnt anscheinend eine Straße, denn ein Auto steht da. Zwei Männer, in dicke Pelze gehüllt, beobachten uns aufmerksam wie wir über die im Wasser liegenden Felsbrocken nach drüben turnen. Die beiden kommen aus Invercargill, von der Südspitze der Insel. Sie sind zum Wintersport mehrere Wochen in den neuseeländischen Alpen gewesen und wollen nun zurück. Sie laden uns ein, mitzufahren. "Diese Gebirgsbäche sind nicht ungefährlich", sagt Mr. Pearson, der ältere der beiden. "Die Geröllbrocken liegen häufig nicht fest. Ein Fehltritt - und das tobende Wasser reißt euch mit. 50 Kilometer östlich braust der Clyde=River zu Tal - ein wilder Bursche! Gleich von den ersten Weißen, die sein Quellgebiet erforschen wollten, forderte er ein Opfer. Der Deutsche Julius v. Haast leitete die Expedition. Ein englischer Botaniker, Dr.Sinclair, begleitete ihn. Beim Über schreiten des Clyde stürzte Dr. Sinclair und kam in dem reißenden Fluß ums Leben. Das war am 26. März 1861." |
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